Die ANA Aoshima Factory – hier werden natürliche Materialien für handgefertigte Produkte verwandelt

2026/09/15

Die ANA Aoshima Factory ist umgeben von der wunderschönen Natur der Präfektur Miyazaki.

In diesem Artikel berichten wir von der Begeisterung der Mitarbeiter für Handarbeit und Handwerkskunst, in der sich die Individualität jedes Einzelnen zeigt.

Was ist die ANA Aoshima Factory?

Die ANA Aoshima Factory befindet sich in der Stadt Miyazaki in der gleichnamigen Präfektur und wird von der ANA Wing Fellows Vie Oji Co., Ltd., einer Tochtergesellschaft der ANA Group, betrieben.

Die Fabrik besteht mit ihrer Papierfabrik und ihrer Holzwerkstatt aus zwei Teilen und beschäftigt 25 Mitarbeiter, von denen etwa 88 % eine Behinderung haben. Sie alle leisten jedoch im Rahmen ihrer individuellen Stärken einen wichtigen Beitrag.

In diesem Jahr feiert die ANA Aoshima Factory den 10. Jahrestag ihrer Eröffnung im Jahr 2016. Unter dem Motto „Papier- und Holzprodukte von der ANA Group – von Aoshima in die ganze Welt“ wird hier eine Vielzahl von Produkten liebevoll hergestellt und vor hier aus vertrieben.

Durch diese Initiativen hat das Unternehmen große Anerkennung erlangt, und einige der Produkte wurden als erste in der Präfektur in der Kategorie „Güter des täglichen Bedarfs“ des Gütesiegels für recycelte Produkte der Präfektur Miyazaki*1 zertifiziert.

Das Werk ist ein symbolträchtiger Ort, der die Nachhaltigkeitsziele und die DEI-Initiativen der ANA Group verkörpert.

  • *1 Im Rahmen des Gütesiegels für recycelte Produkte der Präfektur Miyazaki werden Produkte zertifiziert, die Abfälle effektiv als Ressource nutzen, zudem Produkte, die für eine effiziente Ressourcennutzung konzipiert sind, wenn sie die strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards der Präfektur erfüllen.

Exklusives, handgefertigtes Papier aus recycelten Shochu-Verpackungen

Eine der Hauptsäulen des Werks ist die Papierherstellung nach einer traditionellen Methode.

Shochu-Verpackungen, die die strengen Qualitätsanforderungen in Brennereien und anderen Produktionsstätten nicht erfüllen, werden als Rohstoff wiederverwendet.

Zuerst werden die dreilagigen Shochu-Verpackungen in einzelne Blätter geschnitten, bei denen dann die Aluminium- und Folienschichten Blatt für Blatt sorgfältig von Hand mit einem speziellen Werkzeug entfernt werden, bis nur noch der weiße Zellstoff übrig bleibt.

Anschließend wird der auf diese Weise gewonnene Zellstoff zerkleinert und dann mit einer Art Mixer zu einer Paste vermengt. Anschließend kann der Prozess zur Papierherstellung beginnen.

Shochu-Verpackungen als Rohstoff
Sortieren und Sammeln der Zellstoffschicht
Zerkleinerter Zellstoff
Zellstoff nach dem Mixen

Nachdem die Zellstoffpaste in einen Tank für die Papierherstellung (ein rechteckiger Behälter, der mit Wasser und den Materialien für das Papier befüllt wird) gegeben wurde, wird sie weiter in Wasser aufgelöst und schnell umgerührt, damit sich keine Klumpen bilden. Dann wird die Masse von einem Papiersieb aufgenommen und in waagerechter Position gleichmäßig hin- und herbewegt, bis das Wasser abgeflossen ist.

Anschließend wird die restliche Feuchtigkeit mit Vliesstoff und einer Unterdruckrolle vollständig aus dem Material entfernt, bevor die Blätter einen ganzen Tag lang in einer Trockenkammer getrocknet werden. Die Luftfeuchtigkeit wird hier streng bei 50 bis 60 Prozent gehalten. Damit ist der Prozess der Papierherstellung abgeschlossen.

Ein Teil des Papierherstellungsprozesses

Diese Abfolge von Aufgabenschritten wird von vier Personen ausgeführt. Es erfordert viel Übung, bis man gleichmäßig dickes Papier herstellen und das Wasser vollständig mit einer schweren Walze herauspressen kann. In der Regel dauert es mindestens einen Monat, bis das gelingt.

Das Papier zeichnet sich dank der Herstellung von Hand durch eine angenehme, strukturierte Haptik aus: Die Oberfläche ist rau und uneben, ähnlich wie bei Washi-Papier.

Fertiges Papier

Da jedes Blatt Papier einzigartig ist, werden die fertigen Blätter sorgfältig gewogen und geordnet.

Leichtes Papier wird für kleine Geschenkumschläge sowie für Stempelbücher in Schreinen und Tempeln verwendet, während schwereres, dickeres und damit robusteres Papier für Visitenkarten genutzt wird.

Herstellung von Geschenkumschlägen
Prägung von Blindenschrift auf Visitenkarten

Die Geschenkumschläge und Visitenkarten mit Braille-Schrift zu versehen, ist durch die weiche, zarte Textur des handgefertigten Papiers äußerst schwierig. Beim Prägen muss extrem darauf geachtet werden, dass das Papier nicht reißt, die Braille-Schrift aber gut lesbar bleibt.

Die Fabrik entwickelte nach zahlreichen Versuchen und Fehlschlägen schließlich ihre heutige einzigartige Methode: Braille-Schrift wird zweimal auf jedes Blatt Papier geprägt, wobei darauf geachtet wird, dass das Papier nicht verknittert.

Einige Produkte aus handgefertigtem Papier

Durch sorgfältige Handarbeit werden Materialien, die sonst nur noch Abfall gewesen wären, in hochwertige Produkte verwandelt. Diese stechen durch ihren einzigartigen Charakter auf eine Weise hervor, wie es industriell gefertigte Papierprodukte aus herkömmlichen Materialien nicht vermögen.

Diese Produkte sind an folgenden Standorten erhältlich:

Präfektur Miyazaki: Udo-Jingu-Schrein, AOSHIMAYA-Geschäft am Anfang des Weges zum Aoshima-Schrein, Laden für Miyazaki-Produkte KONNE, ANA Holiday Inn Resort Miyazaki und ANA FESTA am Flughafen Miyazaki

Tokio: Shinjuku Miyazakikan KONNE

Holzprodukte, für die lokales Zedernholz traditionell bearbeitet wird

In der anderen Produktionsstätte des Werks, der Holzwerkstatt, werden Schlüsselanhänger und Smartphone-Ständer mit eingraviertem ANA-Logo, Andenken und andere Produkte aus Obisugi, dem Baum der Präfektur Miyazaki, gefertigt.

Das Besondere an diesen Produkten ist, dass sie allesamt handgefertigt sind.

Die Kunsthandwerker polieren und veredeln jedes einzelne Produkt sorgfältig von Hand, damit die Menschen durch die Produkte die Wärme des Zedernholzes spüren können.

Je mehr Pflege diese Produkte erhalten, desto mehr glänzen sie: Durch wiederholtes Polieren mit einem Tuch entwickeln sie einen einzigartigen Schimmer, der den besonderen Reiz von Naturholz unterstreicht. Mit zunehmender Nutzung gewinnen die Produkte im Laufe der Zeit an Tiefe und Bedeutung für die Nutzer.

Die Leidenschaft einiger Mitarbeiter für das Handwerk ging sogar noch über die Produkte selbst hinaus: Sie schlugen vor, sogar das Restholz wiederzuverwenden, das zwangsläufig bei der Holzverarbeitung anfällt.

Sie sammeln dieses Holz mittlerweile ein und destillieren es zu aromatisiertem Wasser, das dann mit Bergamotte und Minze gemischt einen einzigartigen Raumduft ergibt.

Diese Philosophie, keinerlei Materialien zu verschwenden, spiegelt das Engagement der ANA Aoshima Factory wider, Ressourcen verantwortungsbewusst und sparsam zu nutzen.

Werkstatt
Einige der in der Werkstatt hergestellten Holzprodukte

Darüber hinaus produziert die Fabrik den Nanosaru-Schlüsselanhänger, einen traditionellen Glücksbringer aus Miyazaki, dessen Hersteller lange keine Nachfolge finden konnten.

Diese Anhänger werden aus Palmfarn-Samen gefertigt, die für das tropische Miyazaki stehen.

Die harten Samen der Palmfarne zerbrachen bei der Verarbeitung leicht, bis die Mitarbeiter vor Ort eine Lösung für das Problem fanden: Wenn man die Samen in der Mikrowelle erhitzt, werden sie weicher und leichter verarbeitbar. Das aktuelle Produktionsziel der Mitarbeiter liegt bei 70 Stück pro Tag und 1.000 Stück pro Monat.

Bearbeitung eines Palmfarn-Samens
Nanosaru-Schlüsselanhänger

Eine fröhliche, positive und angenehme Arbeitsatmosphäre schaffen

Wir fragten Herrn Imamura, Leiter der ANA Aoshima Factory, wie man einen Arbeitsplatz schafft, der die Individualität jedes Mitarbeiters fördert.

Herr Imamura

Herr Imamura: Ich ermutige die Mitarbeiter der Fabrik täglich dazu, für eine lebendige, positive und angenehme Arbeitsatmosphäre zu sorgen.

Dafür legen wir großen Wert darauf, uns während der Arbeitszeit voll und ganz auf unsere Aufgaben zu konzentrieren und in unserer Freizeit besonders viel Spaß zu haben. Dieses Gleichgewicht ist sehr wichtig.

Ich sorge bewusst für eine offene und kommunikative Atmosphäre, in der wir alles ausführlich besprechen können und in der jederzeit Fragen und Ideen eingebracht werden können. Das ist entscheidend, um alle Mitarbeiter in die Weiterentwicklung der Produkte einzubeziehen.

Darüber hinaus haben wir fünf Arbeitsgruppen in Bereichen wie Sicherheit, IT-Sicherheit und Öffentlichkeitsarbeit geschaffen, um für eine bessere Arbeitsumgebung zu sorgen und bei allen Mitarbeitern das Gefühl von Autonomie und Verantwortung zu fördern.

Statt sie übermäßig zu behüten, weil sie eine Behinderung haben, vertraue ich auf ihre Fähigkeiten und übertrage ihnen Aufgaben.

Mein Ziel ist es, sie bestmöglich zu unterstützen und dabei ihren Wunsch zu respektieren, Herausforderungen anzunehmen.

Die ANA Group wird den Wert lokaler Handwerkskunst und des persönlichen Ehrgeizes jedes Einzelnen auch zukünftig schätzen und dazu beitragen, eine Gesellschaft aufzubauen, die Menschen, Gemeinschaften und zukünftigen Generationen Wärme bringt – weit über den Bereich des Luftverkehrs hinaus.

SDGs Nr.10 WENIGER UNGLEICHHEITEN
SDGs Nr.11 NACHHALTIGE STÄDTE UND GEMEINDEN
SDGs Nr.12 NACHHALTIGE/R KONSUM UND PRODUKTION
SDGs Nr.15 LEBEN AN LAND